Arbeiten mit mehreren Prozessen

Arbeiten mit mehreren Prozessen

Änderungen ab einer festgelegten z-Höhe

Im Advanced-Tab, im Bereich Layer Modifications, lässt sich einstellen, bis zu welcher z-Höhe ein Prozess ausgeführt wird, bzw ab welcher Höhe er startet.

Die kann zum Beispiel verwendet werden um ein Modell zu Drucken, dass bis zu einer gewissen Höhe nur aus senkrechten Wänden besteht, und ab dieser Höhe eine Krümmung besitzt. Würde man das Modell nur mit einer hohen Schichtdicke drucken, um Druckzeit zu sparen, würde im gekrümmten Bereich deutlich der Treppeneffekt zu sehen sein. Würde man dagegen das gesamte Bauteil mit niedriger Schichtdicke drucken würde man die Druckzeit unnötig in die Länge ziehen. Als optimale Lösung bietet sich hier an einen Prozess mit hoher Schichtdicke für den senkrechten Bereich und einen mit niedriger Schichtdicke für den gekrümmten Bereich zu definieren. Nach drücken der Schaltfläche müssen dann beide Prozesse ausgewählt werden.

Dieses Vorgehen kann analog für jeden anderen Verarbeitungsparameter angewandt werden. So kann zum Beispiel die Füllstruktur geändert werden, oder der Prime-Pillar ab einer gewissen Höhe deaktiviert werden, da er nicht mehr benötigt wird.

Dual-Extrusion Wizard

Simplify3D enthält einen Workflow für das Arbeiten mit zwei Extrudern. Man benötigt dafür mindestens zwei STL-Modelle, wobei einem Modell je ein Extruder zugewiesen wird. Die Schaltfläche für den Dual Extrusion Wizard befindet sich in der Werkzeugleiste am oberen Bildschirmrand, unter dem Reiter Tools. Der Wizard erstellt zwei Prozesse und fügt sie zu einer Gruppe zusammen. Werden Prozesse in einer Gruppe zusammengefasst wird jede Änderung der Parameter, die in einem Prozess durchgeführt wird in den anderen übernommen. Soll ein Prozess andere Einstellungen erhalten als der andere, muss die Gruppe während die Änderung durchgeführt wird aufgelöst werden.

Im Weiteren wird der Workflow anhand eines Beispiels dargestellt. Hier soll ein Bauteil aus flexiblem TPU gefertigt werden und an bestimmten Stellen mit ABS versteift werden.

Nach dem Öffnen des Dual Extrusion Wizards befindet man sich im Konfigurationsfenster.

Hier wird der Name festgelegt, den die Prozessgruppe tägt, das Basisprofil und die Materialkonfiguration ausgewählt sowie die einzelnen Modelle den jeweiligen Extrudern zugeteilt. Mit dem Drücken der OK-Schaltfläche werden die Einstellungen übernommen und das Fenster geschlossen.

Nun befindet man sich im Vorschaufenster, die gruppierten Prozesse befinden sich wie gewohnt in der Prozessliste. Da TPU eine andere Verarbeitungsgeschwindigkeit als ABS benötigt muss dies geändert werden. Würde man jetzt einfach den zweiten Prozess ändern würden die entsprechenden Einstellungen im ersten Prozess übernommen werden. Um die Geschwindigkeit nur eines Prozesses zu ändern muss erst die Gruppierung aufgelöst werden. Dies geschieht, indem die Prozessgruppe ausgewählt wird und in der Werkzeugleiste am oberen Rand des Bildschirms, unter dem Reiter Edit die Option Ungroup Selection ausgewählt wird. Nun kann die Einstellung geändert werden, ohne dass sie den anderen Prozess beeinflusst. Danach können die Prozesse wieder zu einer Gruppe zusammengefasst werden.

In der G-Code Preview kann der Effekt anhand der Legende Movement Speed ersichtlich gemacht werden.

Mehrere Modelle, mehrere Extruder

Standardmäßig gilt ein Prozess immer für alle Modelle im Vorschaufenster. Im Einstellungsfenster eines Prozesses gibt es aber, am linken unteren Rand die Option „Select Models“. Mit dieser Option lassen sich die Modelle auswählen, für die dieser Prozess zuständig sein soll. Sollen Beispielsweise mehrere Modelle in einen G-Code geladen werden, jedoch für jedes Modell andere Einstellungen, zum Beispiel bezüglich Schichtdicke, Füllstruktur, Additions…, gewählt werden kann dies auf diese Weise realisiert werden.